Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige und Besucher unserer Praxis

 

Es herbstet, das kann man deutlich draussen miterleben, schon fallen einzelne farbige Blätter von den Bäumen. Zudem betrachte ich gerne die Fotos der Leserschaft in der AZ, wo man das an den diversen Stimmungsbildern deutlich sehen kann. Berührt hat mich das Bild mit dem herzförmigen gelben Blatt auf einer Wasserfläche, mit eben der obigen Bemerkung, dass es herbstet.

 

Wir haben zwischenzeitlich noch das zweite Hochzeitsfest unserer Tochter in Serbien erleben dürfen. So sind wir also nach Nis geflogen. Das ist die drittgrösste Stadt in Serbien, südöstlich und an der Route Istanbul nordwärts mit einer sehr langen Geschichte und verschiedenen Herrschern. Nis wird gemäss Aussagen von den Einheimischen im Moment vernachlässigt, das Geld fliesse in das boomende Belgrad. Wir mussten uns ja allen Coronamassnahmen unterziehen, PCR Test etc. und sind nach langem wieder einmal per Flugzeug unterwegs gewesen. Alles ging prima, nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass wir unser Gepäck als Handgepäck mitnehmen würden. Das passierte dann am Check-in und Shampoo etc. blieb dann einfach auf der Strecke. Man ist schliesslich nicht mehr so geübt. Aber trotzdem haben wir wieder neue Reiseerfahrungen gesammelt. Die Gastfamilie (Serben, Bulgaren, Mazedonier, Polen) hatte uns sehr herzlich empfangen und wir wurden sehr grosszügig bewirtet. Singen, Tanzen, essen und trinken in dieser sehr traditionellen Gesellschaft waren wichtig. Alte wunderbare, melancholische Volkslieder wurden von der Band gespielt. Serbien ist im Süden ein sehr armes Land, in der Stadt ist die Infrastruktur an vielen Orten schlecht, Strassen, Trottoirs oder auch öffentliche Plätze. Es hat hier Pferdefuhrwerke auf den Strassen, die meistens Zigeunern gehören, die sich hier auch angesiedelt haben und z.B. in Abfallcontainern nach wieder verwertbaren Materialen suchen.  Die Industrie ist grösstenteils kaputt nach dem Balkankrieg. Es gibt sehr viele arbeitslose Menschen hier. So musste ich einfach wieder einmal feststellen, dass wir hierzulande ganz einfach privilegiert und verwöhnt leben dürfen. Und eigentlich ist der ganze Balkan ein Vielvölkergebiet, dass jetzt in neue Staaten unterteilt worden ist.

 

Zwischenzeitlich hatte Fr. med. prakt. Iman Abou in der Praxis zu den Patienten und ihren Sorgen geschaut. Nach dem ersten halben Jahr bei uns hat sie sich entschlossen noch länger zu bleiben, was für mich sehr hilfreich ist und mir ein bisschen Luft gibt. Sie wird jeweils vom MPA-Team begleitet und gecoacht. Ich bin dankbar, dieses erfahrene Team zur Seite zu haben.

Frau Tamira Gloor ist zur Covid-Fachfrau unserer Praxis geworden. Mittlerweile haben wir auch Patienten gesehen, die sich trotz durchgemachter Erkrankung oder 2-facher Impfung wieder angesteckt hatten. Frau Gloor informiert jeweils die Patienten und ist auch während der Isolation und Quarantäne regelmässig in telefonischem Kontakt mit den Betroffenen. Wir bieten auch regelmässige Tests an, z.B. für Reisen oder auch gewünscht vom Arbeitgeber. Nach wie vor ermuntern wir alle Patienten sich impfen zu lassen. Einige mit Immunsuppression haben auch schon die dritte Impfung in einem der Impfzentren erhalten. Das sind aber wirklich nur einzelne Patienten. Es treten ständig Fragen zur 3.Impfung für alle auf, das ist bisher noch nicht entschieden, wir werden es aus den Medien hören. Tendenziell werden wir eher keine Impfungen mehr in der Praxis durchführen. Das ist aber noch nicht definitiv entschieden.

 

Bereits steht aber die Grippeimpfung wieder an, ab Mitte Oktober werden wir diese durchführen. Einige Patienten werden die Impfung von den MPA`s bekommen. So viel Impfstoff, wie 2020 habe ich nicht bestellt, da damals viele Personen, die sich sonst nicht impfen lassen würden, die Grippeimpfung gewünscht haben, als noch keine Covid-Impfung bereitstand. Ich bin ganz klar der Meinung, dass sich Senioren, Schwangere, Patienten mit chronischen Krankheiten, Medizinal Personal gegen Grippe impfen lassen sollten. Wir sehen schon jetzt unter den gelockerten Massnahmen mehr virale Infektionen, speziell bei Kindern und Kleinkindern, die wir schlechtweg im letzten Winter, als sich alle noch stark abgeschottet hatten nicht erlebt haben. Ich bin froh für uns alle, dass wir uns wieder unbeschwerter überall bewegen dürfen. Mein erster Kinobesuch steht auch an. Natürlich werde ich mir James Bond nicht entgehen lassen. Ganz klar ist, dass wir das Kino in Lenzburg, Revolverküche, besuchen werden.

 

Nun wünsche ich Ihnen, dass sie den bunten Herbst erleben und auch noch geniessen dürfen.

 

Ihre Frau Dr. med. Claudia Zuber-Bürgisser